Zinsen Baufinanzierung - Prognose zur Zinsentwicklung in der Immobilienfinanzierung

Aktualisiert: 25. Sept.
Zinsanalyse vom 25.09.2026
Seit unserer letzten Einschätzung vom 03.09.2026 hat sich die Lage beim Euro-Bund-Future und bei den Bauzinsen noch einmal deutlich verschärft – und zwar schneller, als es die enge Handelsspanne der Vorwochen hätte vermuten lassen.
Der Rückblick: Anfang September notierte der Bund-Future noch bei rund 122,80 Punkten, knapp über dem damaligen 52-Wochen-Tief. Am 10. September hat die EZB wie erwartet ein weiteres Mal nachgelegt und den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 % angehoben. Statt der erhofften Beruhigung setzte der Bund-Future danach seinen Abwärtstrend jedoch beschleunigt fort: Die seit Mitte Juli geltende enge Konsolidierungszone zwischen rund 123,5 und 124,7 Punkten wurde nach unten verlassen, neue Jahrestiefs folgten Schlag auf Schlag. Nach einem Zwischenschluss von 120,47 Punkten am 18. September und einer kurzen technischen Gegenbewegung auf rund 121,25 Punkte wurde die psychologisch wichtige 120er-Marke nun ebenfalls unterschritten: Aktuell (25.09., vormittags) notiert der Dezember-Kontrakt bei rund 119,90 Punkten. Sämtliche gängigen gleitenden Durchschnitte (20, 50, 100 Tage) fallen und liegen weiterhin deutlich oberhalb des aktuellen Kurses – ein Kursverlauf ohne technische Gegensignale.

Die wichtigsten Chartmarken im Überblick:
133,21 Punkte – Hoch Dezember 2023, weiterhin der übergeordnete, aber inzwischen weit entfernte Widerstand
126 Punkte – ehemaliges Jahrestief 2023, seit dem Bruch im März 2026 Widerstand von oben; auch die 200-Tage-Linie verläuft aktuell in diesem Bereich
123 Punkte – die bis Anfang September geltende Untergrenze der Konsolidierung, im September klar unterschritten
120 Punkte – bisherige Unterstützung, inzwischen ebenfalls unterschritten
118 Punkte – mittelfristiges Kursziel, sollte sich der Abwärtstrend fortsetzen
Bei den Bauzinsen zeigt sich die Kehrseite dieser Entwicklung – und hier liefert unser eigenes Zinschart (ING-DiBa-Konditionen, 10 Jahre Zinsbindung) die genauen Zahlen: Lag der Wert Ende August noch bei 4,11 %, notieren wir laut den jüngsten Datenpunkten vom 23./24.09.2026 bereits bei 4,39 % p.a. Damit wurde das bisherige Zwischenhoch vom Oktober 2023 (4,23 %) erstmals seit Beginn dieser Beobachtungsreihe klar nach oben durchbrochen – die Bauzinsen für 10 Jahre Zinsbindung stehen damit auf dem höchsten Stand seit deutlich mehr als drei Jahren. Allein in den gut drei Wochen seit unserem letzten Update sind die Zinsen um rund 0,3 Prozentpunkte gestiegen – ein für diesen Markt ungewöhnlich schnelles Tempo. Zuletzt hat sich der Anstieg spürbar verlangsamt, ein Zeichen für eine erste Stabilisierung auf hohem Niveau ist das angesichts des weiter fallenden Bund-Future aber noch nicht.
Volkswirtschaftliches Umfeld und Inflation
Die Verbraucherpreise in der Eurozone kletterten im August 2026 auf 3,3 % im Jahresvergleich (Juli: 2,9 %), in Deutschland auf 2,9 % (Juli: 2,8 %). Treiber ist unverändert die Energiekomponente: In der Eurozone verteuerte sich Energie um 14,3 % (Juli: 10,3 %), in Deutschland zogen die Kraftstoffpreise um 27,7 % an. Die Kernrate ohne Energie bewegt sich dagegen deutlich moderater – in der Eurozone bei 2,2 % (in etwa stabil), in Deutschland bei 2,4 %. Der Preisdruck bleibt also weiterhin in erster Linie ein Energiepreis-Phänomen und kein breit angelegtes.
Hintergrund ist die anhaltende Eskalation im Nahen Osten: Nach Angriffen auf saudische Infrastruktur und der zeitweisen Stilllegung einer wichtigen Pipeline notiert die Sorte Brent inzwischen bei rund 110 US-Dollar – gegenüber rund 70 US-Dollar Ende Februar, also einem Anstieg um mehr als die Hälfte innerhalb weniger Monate. Auch die europäischen Erdgaspreise haben sich seit Jahresbeginn nahezu verdreifacht, was angesichts des bevorstehenden Winters zusätzlichen Druck erzeugt.
Die EZB hat auf ihrer Sitzung am 10. September wie erwartet um weitere 25 Basispunkte auf nunmehr 2,50 % erhöht. Anders als wir es vor drei Wochen noch für wahrscheinlich hielten, deutet sich jedoch nicht zwingend das Ende des Zinserhöhungszyklus an: Die EZB-Inflationsprojektion für das Ende des Prognosezeitraums liegt weiterhin bei 2,1 % und damit oberhalb des Zielwerts, was der Notenbank nach Einschätzung mehrerer Researchhäuser Spielraum für eine weitere Anhebung lässt, sollte sich die Energiepreis-Lage nicht entspannen. Die nächste EZB-Sitzung findet am 29. Oktober 2026 statt. Solange der Nahost-Konflikt anhält und die Ölpreise auf erhöhtem Niveau verharren, dürfte auch die Gesamtinflation entsprechend hoch bleiben; eine spürbare Entlastung über Basiseffekte erwarte ich – wie bereits im letzten Update angemerkt – nicht vor dem ersten oder zweiten Quartal 2027.
Für den Bund-Future bedeutet das: Der Markt preist derzeit nicht mehr zwingend eine "letzte" Zinserhöhung mit anschließender langer Pause ein, sondern rechnet mit einem Stück Unsicherheit über den weiteren Kurs der EZB – entsprechend hält der Abwärtsdruck an. Mit dem Bruch der 120er-Marke rückt nun das mittelfristige Ziel bei 118 Punkten stärker in den Fokus. Eine Entspannung wäre am ehesten zu erwarten, wenn sich entweder die Lage im Nahen Osten beruhigt oder die EZB im Oktober signalisiert, tatsächlich am Ende ihres Zyklus angekommen zu sein.
Fazit für Bauherren und Käufer
Mit 4,39 % p.a. für 10 Jahre Zinsbindung haben die Bauzinsen das alte Zwischenhoch vom Oktober 2023 klar überschritten und markieren ein neues Mehrjahreshoch. Die Dynamik der vergangenen drei Wochen – rund 0,3 Prozentpunkte nach oben – zeigt, wie schnell sich die Lage in die eine wie andere Richtung verschieben kann, und der weiterhin fallende Bund-Future mit dem jüngsten Bruch der 120er-Marke spricht eher für ein Fortbestehen des Aufwärtsdrucks als für eine rasche Trendwende. Wer aktuell eine Anschlussfinanzierung plant oder kurz vor Abschluss einer Baufinanzierung steht, sollte das Zinsniveau jetzt erst recht nicht länger aussitzen. Ein Forward-Darlehen bleibt eine sinnvolle Option, um sich das heutige Niveau für die Zukunft zu sichern – gerade weil die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen in den kommenden Monaten spürbar fallen, aus heutiger Sicht eher gering erscheint.
Wie immer gilt: Wir beobachten den Euro-Bund-Future weiter für Sie und melden uns, sobald sich charttechnisch oder volkswirtschaftlich eine relevante Veränderung abzeichnet.
Zinsanalyse vom 03.09.2026
Seit unserer letzten ausführlichen Einschätzung im Sommer 2024 hat sich beim Euro-Bund-Future – und damit bei den Bauzinsen – einiges bewegt.
Der Rückblick: Nach dem Konsolidierungsjahr 2024 (Spanne 129 bis 133,21 Punkte) stabilisierte sich der Bund-Future in 2025 zunächst und markierte im September 2025 mit rund 130,5 Punkten sogar ein neues Jahreshoch.
Die Lage änderte sich grundlegend mit der Ausweitung des Nahost-Konflikts Ende Februar 2026: Die Energiepreise zogen kräftig an, die Inflation kehrte zurück und die EZB sah sich gezwungen am 11. Juni 2026 erstmals seit drei Jahren die Leitzinsen wieder anzuheben (Einlagensatz +25 Basispunkte auf 2,25 %). Der Bund-Future reagierte mit einem deutlichen Kursrutsch und durchbrach im März 2026 die bis dahin geltende langfristige Unterstützung bei 126 Punkten. Seit Mitte Juli bewegt sich der Kontrakt in einer auffallend engen Spanne zwischen 123,46 und 124,71 Punkten – ein Ausdruck der Unsicherheit vor dem nächsten EZB-Termin. Aktuell notiert der Future bei rund 122,80 Punkten und damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 122,48. Die 200-Tage-Linie verläuft deutlich oberhalb des aktuellen Kurses und wirkt damit als Widerstand von oben.

Die wichtigsten Chartmarken im Überblick:
133,21 Punkte – Hoch Dezember 2023, weiterhin der übergeordnete Widerstand
129 Punkte – die 2024 beobachtete Marke, inzwischen deutlich im Rückspiegel
126 Punkte – ehemaliges Jahrestief 2023, im März 2026 unterschritten und seither Widerstand von oben
123 Punkte – kurzfristiges Kursziel, wird aktuell getestet
122 Punkte – mittelfristiges Kursziel für 2026/27
Bei den Bauzinsen zeigt sich das Bild spiegelbildlich – und hier lohnt der Blick auf unseren eigenen Zinschart (ING-DiBa-Konditionen, 10 Jahre Zinsbindung): Nach dem Zwischenhoch von 4,23 % im Oktober 2023 fielen die Zinsen bis Dezember 2024 auf ein Tief von 3,15 %. Seitdem geht es in Wellenbewegungen wieder aufwärts, mit einem spürbaren Schub seit dem Frühjahr 2026 im Gefolge des geopolitischen Schocks. Aktuell (02.09.2026) notieren wir bei 4,09 % p.a. – der höchste Stand seit Oktober 2023 und nur noch 0,14 Prozentpunkte unter dem damaligen Hoch. Die Zinsen nähern sich damit wieder der alten Marke von rund 4,2 % an.
Volkswirtschaftliches Umfeld und Inflation:
Die Verbraucherpreise in der Eurozone stiegen im August 2026 um 3,3 % gegenüber dem Vorjahr (Juli: 2,9 %) – getrieben vor allem von den Energiepreisen, die um 14,3 % zulegten. Die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) gab dagegen leicht nach, von 2,5 % auf 2,4 %. Das ist ein wichtiges Detail: Der Preisdruck kommt derzeit überwiegend von außen – über den Ölpreis – und weniger aus der Binnenwirtschaft. Vom EZB-Ziel einer Inflation von 2 % ist man mit beiden Werten weiterhin spürbar entfernt.
Für die kommenden Monate rechne ich mit Folgendem: Am 10. September 2026 tagt die EZB erneut, und eine breite Mehrheit der Volkswirte erwartet eine – voraussichtlich letzte – Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Die hohe Gesamtinflation lässt der EZB kaum eine andere Wahl, auch wenn die rückläufige Kernrate zeigt, dass es sich in erster Linie um einen Angebotsschock handelt, den Zinserhöhungen nur begrenzt bekämpfen können. Solange der Nahost-Konflikt anhält bzw. die Vorjahresbasis bei den Energiepreisen hoch bleibt, dürfte die Gesamtinflation entsprechend erhöht bleiben; eine spürbare Entlastung über Basiseffekte halte ich frühestens ab dem ersten oder zweiten Quartal 2027 für wahrscheinlich – vorausgesetzt, es kommt zu keinem erneuten Ölpreisschub.
Für den Bund-Future bedeutet das kurzfristig eher anhaltenden Abwärtsdruck bzw. eine Seitwärtsbewegung auf niedrigem Niveau: Der Markt preist eine letzte Zinserhöhung mit anschließend langer Pause ein. Ein nachhaltiges Unterschreiten der 123er-Marke würde den Weg zum mittelfristigen Ziel bei 122 Punkten öffnen. Zeichnet sich nach der Septembersitzung hingegen ab, dass die EZB tatsächlich am Ende des Zinserhöhungszyklus angekommen ist und die Energiebasiseffekte auslaufen, ist auch eine Gegenbewegung in Richtung der 200-Tage-Linie bzw. der 126er-Marke denkbar.
Fazit für Bauherren und Käufer:
Die Bauzinsen stehen mit 4,09 % so hoch wie seit fast drei Jahren nicht mehr und pirschen sich an das Oktober-2023-Hoch von 4,23 % heran. Auch nach der für den 10. September erwarteten EZB-Erhöhung ist kurzfristig keine spürbare Entspannung in Sicht – im Gegenteil, sollte die 4,23er-Marke fallen, wäre das ein weiteres Warnsignal nach oben. Wer eine Anschlussfinanzierung plant oder kurz vor dem Abschluss einer Baufinanzierung steht, sollte das aktuelle Zinsniveau daher nicht länger aussitzen, sondern sich frühzeitig absichern. Ein Forward-Darlehen kann dabei eine sinnvolle Option sein, um sich das jetzige Niveau für die Zukunft zu sichern, bevor es ggf. weiter nach oben geht.
Wie immer gilt: Wir beobachten den Euro-Bund-Future weiter für Sie und melden uns, sobald sich charttechnisch oder volkswirtschaftlich eine relevante Veränderung abzeichnet.
Zinsanalyse vom 05.07.2024
Seit seinem letzten markanten Hoch Ende Dezember 2023 befindet sich der Euro Bund-Future in einer Konsolodierungsphase. Die Marktteilnehmer waren zum Ende des Jahres 2023 zu euphorisch und hofften auf mehrere Zinssenkungen der EZB in 2024. Dies ist bis dato nicht eingetreten und im Folge fiel der Euro Bund-Future von seinem Zwischenhoch bei 138,84 auf ein neues Zwischentief bei 128,73 Ende Juni 2024. Im Gegenzug stiegen die 10jährigen Baufinanierungszinsen von Dezember 2023 bis Juni 2024 im Mittel um ca. 0,40% p.a. auf ca. 3,80% p.a. (80% Beleihung).
Wie geht es weiter?
Die zukünftige Zinsentwicklung ist maßgeblich davon abhängig, wie sich die volkswirtschaftlichen Daten in der Eurozone entwickeln werden. Insbesondere die Entwicklung der Kerninflation und der Arbeitslosenzahlen sowie die Entwicklung der Lohnkosten spielen hierbei eine signifikant wichtige Rolle. Seit Februar 2024 verharrt die monatliche Inflation zwischen 2,5% p.a. und 2,2% p.a. und ist auf dem Niveau von März 2019 angekommen. Der Rückgang begründete sich zum einem mit der Kaufzurückhaltung der Verbraucher sowie der Investitonszurückhaltung von Unternehmen und zum anderen auf fallende Energiepreise (Gas, Strom u. etc.). Eine weitere wichtige Rolle spielt die volkswirtschaftliche Entwicklung der USA. Die volkswirtschaftlichen Daten insbesondere die Arbeitsmarktdaten waren in den letzten zwei Jahren trotz höherer Inflation sehr robust. Doch seit einigen Wochen scheinen sich die Daten etwas zu verschlechtern und der Peak könnte erreicht sein. Es bedarf weiterer Beobachtung wie sich die Daten entwickeln. Aber sollten sich die Daten verschlechtern, ähnlich wie in Europa, dann sind Zinssenkungen in den USA nicht auszuschliessen, die dann auch für die EZB relevant sein könnten. Weitere Zinserhöhungen in den USA sehe ich aktuell persönlich nicht.
Der Euro Bund-Future taxiert per heute bei ca. 131 Punkten über seinen Zwischentief aus Juni 2024 von ca. 129 Punkten. In den kommenden Wochen stehen die Chancen gut, dass der Index die Hürde von 133,21 Punkten noch oben überschreitet und sich Richtung Dezemberhoch aus 2023 arbeitet. Erst die nachhaltige Überschreitung des Dezemberhochs von ca. 139 Punkten könnte ein nachhaltige Zinswende einleiten und Zinssenkungen im Bereich der Baufinanzierung von bis zu 1,25% p.a. ermöglichen. Fällt der Index aber nachhaltig unter das Zwischentief von ca. 129 Punkten, dann sind weitere Zinssteigerungen möglich. Dieses Szenario würde aber robustere volkswirtschaftliche Daten bedeuten und ist meiner Ansicht nach weniger wahrscheinlich.
Es bleibt also spannend.
Das aktuelle Zinsniveau bietet weiterhin - auch im historischen Vergleich - gute Chancen für diejenigen, die sich noch nicht um eine Anschlussfinanzierung gekümmert haben. Zum Jahresende wäre wieder ein guter Zeitpunkt, dieses Thema anzugehen. Gerne stehe ich für Beratungen zur Verfügung.
Die aktuellen Zinskonditionen für eine 10jährige Baufinanzierung finden Sie auf unserer Seite Baufinanzierung.


Zinsanalyse vom 21.12.2023
Seit seinem letzten markanten Tief Anfang Oktober befindet sich der Euro Bund-Future im Rallymodus. Aufgrund verstärkt schwachen volkswirtschaftlichen Daten beendete der Index Ende Oktober 2023 seinen fast zweijährigen Abwärtstrend und ist dynamisch nach oben ausgebrochen. Diese Entwicklung hält nun schon seit knapp zwei Monaten an und mit der Überschreitung des EMA 50 (Woche) hellt sich das Bild kurzfristig weiter auf. Während die Baufinanzierungszinsen Anfang Oktober 2023 ein Zwölfjahreshoch (4,18% p.a. bei 80% Beleihungsauslauf, 10 Jahre ZB) markierten, sind diese - mit dem Anstieg des Euro Bund-Futures - innerhalb der vergangenen zwei Monate wieder um ca. 80 Basispunkte gefallen. Somit vergünstigte sich ein Darlehen über eine Summe von TEUR300 um ca. 200,- € monatlich. Was ist passiert? Diverse volkswirtschaftliche Daten wie Entwicklung der Erzeugerpreise, Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter, Exporte ins Ausland, Geschäftsklimaindizes oder auch Einkaufsmanagerindizes deuten in Europa und insbesondere in Deutschland auf ein Schrumpfen der Wirtschaft hin. Dies führt dazu, dass der Interbankenmarkt auf diese Meldungen reagiert und zeitnah Zinssenkungen durch die EZB einpreist. Ich will nicht zu euphorisch sein und denke, dass die weitere Entwicklung abgewartet werden muss. Ob sich die volkswirtschaftlichen Daten allerdings kurzfristig erholen werden, dass bezweifle ich. Sollte der Euro Bund-Future die 140 Punkte/Euro zurückerobern und auch darüber hinaus weiter ansteigen, dann ist weiter mit stark fallenden Zinsen zu rechnen. Für das kommende Jahr ergeben sich aber auch Risiken, die auch wieder zu steigenden Zinsen führen könnten. Denn die Rückkehr der Inflation ist nicht auszuschliessen, insbesondere durch Sondereffekte die ab Januar 2024 greifen (z.B. höhere CO2-Steuer) werden. Ich persönlich denke, dass die Zinsen im ersten Quartal 2024 nochmal ansteigen werden, um dann ab dem 2. oder 3. Quartal über einen längeren Zeitraum wieder zu fallen.

Zinsanalyse vom 12.10.2023
Anfang Oktober markierte der Euro Bund-Future ein weiteres Tief bei ca. 126 Punkten. Damit durchbrach der Index per Wochenschluss die wichtige Marke von ca. 130 Punkte. Es bleibt dennoch abzuwarten, ob weitere Tiefs folgen werden und somit die Zinsen weiter steigen oder ob wir die Tiefstände im Euro Bund-Future und die Hochs in den Baufinanzierungszinsen erreicht haben. Per letzter Woche erreichten die Baufianzierungszinsen ein 12-Jahreshoch und eine 80% Finanzierung bei der ING-DiBa kostete ohne Zinsrabatte 4,38% p.a. für 10 Jahre. Dies begründete sich unter anderen darin, dass einige volkswirtschaftliche Daten weiterhin robust sind, insbesondere die geringe Zahl der Arbeitslosen. Daher auch ein Grund, warum die EZB im September den Einlagensatz weiter erhöhte und den Leitzins bei 4,5% taxierte. Fast zeitgleich viel die monatliche Inflation im September auf 4,5% p.a. ggü. dem Vorjahr. Wie geht es weiter? Die volkswirtschaftlichen Kennzahlen deuten eher darauf hin, dass das Zinshoch erreicht sein und mittelfristig wieder darüber debattiert werden könnte, die Wirtschaft zu stimulieren. Dies wird allerdings noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die monatliche Inflation entwickelt und sowie auch die globalen Krisen, die weiter maßgeblichen Einfluss auf die Energiepreise haben werden. Dennoch sollte die Kaufzurückhaltung der Verbraucher sowie die fehlende Investitionsmotivation der Unternehmen nicht unterschätzt werden. Je länger diese Situation andauert, desto stärker könnten die Preise und somit die Zinsen fallen. Bis zum Jahresende könnten die Zinsen für eine Baufinanzierung um ca. 50 Basispunkte fallen.

Zinsanalyse vom 06.05.2023
Seit dem August 2022 markierte der Euro Bund-Future weitere Tiefs und der Zins für eine Immobilienfinanzierung stieg weiter kräftig an. Im Frühjahr 2023 wurde ein neues Tief bei ca. 131 Punkten erreicht. Eine 10jährige Zinsbindung mit einen Beleihungsauslauf von 80% kostete ca. 4,00 % p.a. Dies begründete sich vor allem darin, dass die monatlichen Inflationsraten weiterhin hoch blieben und über 8 % gegenüber den Vorjahresmonaten lagen. Auf der Rohstoffseite im Bereich Gas und Öl deutete sich in den vergangenen Wochen allerdings eine preisliche Entspannung an. Die Preise sind zum Teil stark gefallen. Gleiches gilt auch für die Preisentwicklung von Lebensmitteln, die in den vergangenen Wochen stark korrigiert haben (z.B. Gurke ca. 0,39€, 250g Butter für ca. 1,49€). In den monatlichen Inflationszahlen ist dieser Effekt allerdings noch nicht zu erkennen, wird sich aber wahrscheinlich in den kommenden Monaten bemerkbar machen. Nur eine fallende Inflation wird kurz- bis mittelfristig fallende Baufinanzierungszinsen bedeuten. Die EZB hat den Leitzins am 17.03.2023 auf 3,5%, am 04.05.2023 weiter auf 3,75% angehoben. Der Interbankenmarkt hat auf diese Anhebungen kaum reagiert, denn der Euro Bund-Future ist seit seinem Tief am 06.03.2023 wieder angestiegen und läuft in Richtung der wichtigen Marke von 140 Punkten. Der Grund für diese starke Gegenbewegung sind u.a. die Meldungen zur Silicon Valley Bank, weitere regionale US -Amerikanischen Banken, zur Credit Suisse und eine zu erwartende Zinsanstiegspause in den USA und in Europa. Es braut sich ggf. etwas zusammen sowohl im Bankenmarkt als auch im volkswirtschaftlichen Umfeld (z.B. enttäuschende deutsche Exportzahlen im April 2023) und dies könnte perspektivisch Einfluss auf die Inflation und die Zinsen haben. Ich persönlich glaube, dass der Euro Bund Future in den kommenden Monaten die wichtige Marke von 140 Punkte zurück erobern wird. Erfolgt dies nachhaltig, dann könnte diese Entwicklung vorerst das Ende des Zinsanstiegs bedeuten. Es bleibt abzuwarten und sowie weiter spannend.
Zinsanalyse vom 01.08.2022
Seit seinem Tief - Mitte Juni 2022 - bei ca. 140 Punkten läuft die Gegenbewegung im Euro-Bund Future, wie von mir prognostiziert. Wir leben aktuell in einer sehr dynamischen Zeit, sodass diese Gegenbewegung schon jetzt die Zielzone bei ca. 155-158 Punkten erreicht hat und das innerhalb der vergangenen 6 Wochen. Durch diesen rasanten Anstieg ist der Zins für eine 10jährige Zinsbindung in den letzten 6 Wochen um ca. 1,0 % p.a. gefallen und der Zins ist somit "nur" noch ca. 1,6 % p.a. vom 10jährigen Baufinanzierungszins aus Dezember 2021 entfernt. Der weitere Verlauf ist abhängig von der zukünftigen Entwicklung der Inflation in der Eurozone, die größtenteils auf die erhöhten Energiepreise zurückzuführen ist. Hier könnte Entspannung eintreten, da die Ölpreise auf hohem Niveau stagnieren. Ich persönlich erwarte in den kommenden Monate fallende Ölpreise und somit eine fallende Inflation. Der Wegfall des Tankrabatts und des bundesweiten 9€ -Ticket sollte die Inflation aber noch kurzfristig stützen. Was bedeutet diese Entwicklung für den 10jährigen Baufinanzierungszins? Die Chancen stehen gut, dass dieser eventuell um weitere 0,2 % p.a. bis zum Jahresende nachgibt, mehr aber wohl nicht. In der Zwischenzeit ist weiterhin mit starken Zinsschwankungen zu rechnen.
Zinsanalyse vom 20.06.2022
Meine Zinsprognose vom 27.08.2021 ist schneller als erwartet eingetreten.
Am 28.02.2022 markierte der Euro-Bund Future sein letztes Hoch bei ca. 172 Punkten und fiel danach wie ein Stein. Die russische Aggression begann am 24.02.2022.
Ein fallender Euro-Bund Future bedeutet steigende Baufinanzierungszinsen und ein steigender Euro-Bund Future fallende Zinsen. Innerhalb von 3,5 Monaten stieg der Zinssatz für eine 10jährige Zinsbindung um ca. 2,0 % p.a. und von Anfang Januar 2022 sogar um ca. 2,5% p.a. Das aktuelle Zinsniveau entspricht dem Zinsniveau von 2011. Ich bin mal mutig und glaube, dass wir in diesem Jahr das Tief um ca. 140,6 Punkten im Euro-Bund Future und das Hoch im 10jährigen Baufinanzierungszins gesehen haben.
Die Immobilienpreise hingegen sind weiterhin auf einem hohem Niveau. Meiner Meinung nach wird sich dieser Trend nicht mehr lange halten können und die Preise von Immobilien könnten fallen. Die Frage ist nur, wie viel Geduld haben die Verkäufer und wie viel sind sie bereit, preislich nachzugeben?
Zinsanalyse vom 27.08.2021
Der Euro-Bund Future ist ein sehr guter Indikator für die Entwicklung der Zinsen in der Baufinanzierung. Steigt der Euro-Bund Future fallen die Zinsen für Immobilienfinanzierungen und fällt der Euro-Bund Future steigen die Zinsen. Der Euro-Bund Future ist seit September 2013 in einem intakten Aufwärtstrend und konnte sein absolutes Hoch im Oktober 2019 erreichen. Seitdem befindet sich der Euro-Bund Future in einer Konsolidierungsphase. Es könnte eine Umkehr stattfinden und die Zinsen für Immobilienkredite könnten in den kommenden Jahren tatsächlich steigen. Gepaart mit den aktuellen Inflationszahlen erachte ich dieses Szenario für nicht unwahrscheinlich. Die niedrigsten Zinsen für eine Baufinanzierung konnte man sich im Oktober 2019 und im Januar 2021 sichern. In der vergangenen Woche konnte der Euro-Bund Future noch einmal ein Mehrmonatshoch markieren und die Zinsen für Immobilienfinanzierungen waren erneut sehr niedrig. Aber nun wird es langsam spannend. Überschreitet der Euro-Bund Future nachhaltig die obere Abwärtstrendlinie, dann fallen die Zinsen weiter. Fällt der Euro-Bund Future in den nächsten Monaten allerdings nachhaltig unter den Bereich von 169 - 167 Punkte, dann ist ein Zinsniveau von Januar 2018 möglich. Die Zinsen im Januar 2018 waren für eine 10-jährige Zinsbindung ca. 1,3 % höher als heute. Höhere Zinsen könnten auch fallende Immobilienpreise bedeuten, da die Refinanzierung der Kaufpreise teurer wird. In Summe ist nichts in Stein gemeißelt und alles spekulativ, daher bleibt es in den kommenden Wochen weiter interessant. Sich jetzt um eine Anschlussfinanzierung für die eigene Baufinanzierung zu bemühen, ist meiner Meinung nach aber ein sehr guter Zeitpunkt. Auch werden Immobilienkredite in Form von Kapitalbeschaffungen auf Immobilien im eigenen Bestand aktuell sehr gut verzinst.

Entwicklung der monatlichen Kreditrate für ein Darlehen über TEUR 300, bei einer 10 jährigen Zinsbindung
und einer anf. Tilgung von 2,00% p.a.

Entwicklung der „Immobilien - Kaufkraft“ eines Kreditnehmers in der Baufinanzierung



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